Was bisher geschah

Unsere Geschichte

Das Repair Café in Oldenburg ist von engagierten Menschen 2013 initiiert worden. Ihnen war klar, dass die Graswurzelbewegung zur Nutzungsdauer von Gegenständen auch in Oldenburg funktionieren würde. Und so war es dann auch.

Die ersten Repair Cafés fanden im Polyester statt, einem Haus für sozio-kulturelle Begegnungen. Eine sehr gemütliche und entspannte Atmosphäre im Polyester zog vom ersten Termin immer mehr Menschen, so dass es schnell zu eng wurde.

Da kam es der Bewegung zu Pass, dass im Staatstheater Oldenburg mit dem Intendantenwechsel auch eine neue Sparte auf dem Spielplan stand, die sich der Bürgerbeteiligung verpflichtet sah. Wegen der neuen Sparte 7 hatte das Theaterteam an der Bewegung des Repair Cafés großes Interesse. Daraus wurde eine Kooperation über  zwei Spielzeiten (2014-2016) mit dem herausfordernden Titel „Postkollaps – Gemeinsam weniger erreichen“. Unter diesem Themenschwerpunkt machte sich das Team des Repair Cafés gemeinsam mit dem Staatstheater auf die Suche nach Alternativen zur Logik des permanenten Wachstums, auch unter künstlerischen Aspekten. Denn dass es mit dem Verbrauch von Ressourcen so nicht weitergeht und uns die große Krise ereilen wird, darüber herrschte ein beunruhigender Konsens zwischen Theaterschaffenden und dem Team des Repair Cafés.

Dem Umzug vom Poly in die wunderbar alte Exerzierhalle am Pferdemarkt (zum Film) folgte sehr zügig ein weiterer – auch die Exerzierhalle war wegen des Ansturms zu klein. Mit dem Probenhaus des Staatstheaters in der Innenstadt in der Baumgartenstraße wurde ein Raum gefunden, der über drei großzügige Etagen endlich dem stetig zunehmenden den Interesse der Bürger*innen Oldenburgs gewachsen war. Sowohl die Kooperation mit dem Staatstheater als auch die hervorragende Lage in der Innenstadt führte dazu, dass sich auch Menschen für die Reparaturbewegung interessierten, die vorher damit nicht in Berührung gekommen waren.

Neben den Angeboten zur Reparatur von Gegenständen lockte in der Baumgartenstraße auch ein kulturelles Angebot, wie das Museum für Konsumwahn an. Studierende führten in die Welt von Gegenständen ein, die kein Mensch benötigt, die aber dennoch gekauft werden. Schauspieler*innen des Staatstheaters drehten mit dem nachhaltigen Veranstaltungsformat Werkstatt Zukunft das Amt für materielle Abrüstung (zum Film) und luden ein zur Seelenreparatur. Kultur des Vorlesens

Im Herbst 2016 stand der dritte Umzug des Repair Cafés bevor. Wohin nun?

Mittlerweile war es mit gelungen, gemeinsam mit der Integrierten Gesamtschule (IGS) in dem südlichen Oldenburger Stadtteil Kreyenbrück ein Repair Café mit der Johannes Gemeinde in deren Gemeindehaus einzurichten. Die Besonderheit dieses Repair Cafés (zum Film) besteht darin, dass es von Schüler*inen der IGS organisiert und geleitete wird. Unterstützt werden sie dabei von ihren Lehrer*innen und ehrenamtlichen der Reparaturszene.

Vernetzung ist alles: Mit der Werkschule – Werkstatt für Kunst und Kulturarbeit e.V. war zügig ein neuer Kooperationspartner gefunden und ein Umzug innerhalb der Innenstadt in die Rosenstraße 41 beschlossene Sache. In der Werkschule hat das Repair Café hervorragende Bedingungen. Dem Organisationsteam haben die drei Umzüge dabei geholfen, sich immer weiter zu professionalisieren. Das Repair Café erklärt sich vom Aufbau bis zum Abbau fast schon von alleine.

In der Innenstadt hat die Bewegung zu einem fest etablierten Repair Café geführt. Im Stadtsüden engagieren sich Schüler*innen und Lehrer*innen. Fehlte noch ein Treffpunkt zum Reparieren idealerweise im städtischen Norden. Und siehe da, seit dem Beginn des Jahres 2017 schließt das Repair Café im Stadtteiltreff Dietrichsfeld in der Alexanderstraße 331 diese Leerstelle vorzüglich. Die Wege in der Stadt zum Reparieren werden dadurch kürzer und das zeitliche Angebot weitet sich aus.

In 2016 hat der gemeinnützige Verein transfer – Netzwerk nachhaltige Zukunft dem Repair Café zu einer juristischen Heimat verholfen. Bei transfer tummeln sich bereits so nachhaltige Sparten wie KOSTBAR, Werkstatt Zukunft und der Oldenburger Ernährungsrat.

Am 1. November 2017 hat das Bundesumweltministerium den Antrag für das Projekt „Kurze Wege für den Klimaschutz“ bewilligt. Die Repair Cafés in Oldenburg sollen zur Umsetzung der Klimaschutzziele der Bundesregierung beitragen, indem sie Rahmenbedingungen für energieeffiziente und ressourcenschonende Lebensstile schaffen. Zwei Jahre unterstützt eine halbe Stelle auf nachbarschaftlicher Ebene die zunehmende Präsenz an Initiativen für Klima- und Ressourcenschutz, welche einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz leistet, indem sie eine energieeffiziente und ressourcenschonende Lebensweise unterstützt. Zugleich stärkt die Bewegung den Zusammenhalt in der Nachbarschaft und lädt dazu ein, wirksam zu werden für das Klima und für die Lebensqualität vor Ort.

Was uns antreibt

Themen wie Nachhaltigkeit, Alternativen zur Wachstumsgesellschaft, das Problem der Anonymisierung in Städten, Konsumkritik und auch dem Wunsch vieler Menschen nach einer Rückbesinnung auf eine Kultur des achtsamen Umgangs mit den sie umgebenden Gegenständen. In einer Welt des beständigen Wachstumswahns tut es Vielen gut sich dann und wann in einer Gemeinschaft wiederzufinden, die ähnlich denkt.

 

Das sind wir

Die Zahl der aktiven Menschen liegt momentan in den drei Oldenburger Repair Cafés bei etwa 40 bis 50 Reparateur*innen, Organisator*innen und Helfer*innen für Tätigkeiten wie Auf- und Abbau, Empfang, Tresen (Kaffeekochen, Kuchenannahme, Spülen etc.) und Reparatur. Das schwankt je nach Termin und Wetter. Mehr aktive und engagierte Menschen sind für jeden Repariertreffpunkt in allen Repair Cafés herzlich willkommen. Einfach vorbeikommen oder repaircafe.orgateam@gmailcom anschreiben.

Reich wird niemand von uns, berühmt auch nicht. Zufrieden sehr. Es braucht kein Geld, nur Zeit und Motivation. Im Idealfall ein bisschen Erfahrung und vielleicht sogar eigenes Werkzeug. Bei uns gibt es keine Hierarchien, denn wir arbeiten alle ehrenamtlich für eine gute Idee.